#1 Gewalttexte in der Bibel – wie ist das zu verstehen?

Gott ist Liebe! Er ruft uns auf, sogar unsere Feinde zu lieben! Darüber reden Christen gern und oft. Aber wie passt das zu den Texten in der Bibel, in denen über Krieg und Gewalt gesprochen wird – und in denen angeblich sogar Gott selbst dazu aufruft? Ist der Gott des Alten Testaments etwa ganz anders als der Gott des Neuen Testaments? Vermittelt das Alte Testament ein veraltetes Gottesbild? Das sind spannende Fragen mit weitreichenden Konsequenzen für unseren Umgang mit der Bibel und letztlich für unser ganzes Christsein.

6 Gedanken zu „#1 Gewalttexte in der Bibel – wie ist das zu verstehen?“

  1. Hallo, lieber Bruder!
    Gefällt mir sehr gut, die Argumentation. Vielleicht etwas lang für eine jüngere Zielgruppe, aber dafür sehr gründlich.
    Darf ich auf unserer Gemeinde-website (www.voecklabrucker-freikirche.at) einen Link zum podcast anbringen lassen?

    Gnade und Frieden von unserem himmlischen Vater!
    PS: beim zweiten podcast ist vermutlich das Datum falsch: Mai (5) statt Juli (7)…

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  2. Lieber Markus, vielen Dank für deine wichtigen und schlüssigen Gedanken, mir hat vor allem der Gedanke gefallen, dass Gott selber sich alles auf dieser Welt anschauen muss und nicht einfach vorspulen kann,. Darüber hinaus fand ich es wichtig und richtig, von einem positiven Gottesbild auszugehen und dass er die Übersicht hat und weiser ist aber auch gnädiger als wir. Einen Gedanken würde ich noch gerne ergänzen und der ist leider auch sehr provokativ. Gott hat die Ewigkeit im Blick: Könnte es sein, dass Gott Menschen im irdischen Leben richtet, damit ihnen weniger Zeit zum Sündigen bleibt? Und somit ihr Gericht für die Ewigkeit gnädiger ist? Mit diesem Blick ist selbst das Gericht Gottes Gnade für die Menschen.
    Liebe Grüße

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    • Vielen Dank für das ermutigende Feedback. Letztlich werden wir nicht alles verstehen. Dass selbst das Gericht Gottes eine Gnade für die Menschen ist, das glaube ich allerdings tatsächlich. Denn Gott ist ja Liebe. Deshalb bin ich überzeugt, dass er immer alles dafür tun wird, um Leid zu minimieren. Dass Gott bewusst Leben verkürzt, um uns vor dem Sündigen zu bewahren – hm, das leuchtet mir allerdings eher nicht wirklich ein. Gemäß 2. Petrus 3, 9 macht er es doch eher umgekehrt: Er gibt den Menschen möglichst viel Zeit, damit sie noch zur Umkehr finden können, bevor sie ins Gericht kommen. Herzliche Grüße Markus

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  3. Sehr geehrter Herr Till,

    vielen Dank für diese ausführliche und sehr gute Bibelarbeit. Viele Punkte sind wunderbar einleuchtend und geben mir Argumente für den Glauben und die Bibel. Eine Sache bekomme ich aber nicht so richtig überein. Sie führen aus, das wir Christen zur absoluten Gewaltlosigkeit angehalten sind, es aber dennoch Mächte in der Welt braucht (wie Armee und Polizei) von denen Gewalt ausgehen muss, um die Ordnung in der Welt zu erhalten. Wie ist das aber zu verstehen? Kann ein Mensch, der in der Armee dient kein Christ sein? Oder muss er dann immer im Zweifel sein. Es ist ja dann so, dass er zwei Rollen einnimmt die aber nicht übereingehen. Er ist Christ und zur Gewaltlosigkeit ermahnt aber auch Staatsbediensteter und muss unter Umständen Gewalt anwenden. Kann dann ein Polizist zum Beispiel auch einer Gemeinde vorstehen? Ist da nicht die Gefahr, dass sich dann seine beiden Rollen evtl. vermischen. Oder anders herum, wenn er im Dienst gewalttätige Randalierer aufhalten muss und dann Gewissenskonflikte bekommt weil er als Christ keine Gewalt anwenden sollte. Von diesen beiden Beispielen ausgehend, besitzen wir nicht alle diese beiden Rollen als Christ und Weltenbürger? Wie gehen wir damit um? Wir wählen Vertreter, die entscheiden in den Krieg zu ziehen. Haben wir dann mit entschieden? Ich frage mich, wie kann es gehen, das Kirche sich aus dem Weltlichen raushält, wenn doch ihre Mitglieder mitten drin sind in dieser Welt.

    Viele Grüße und Gottes Segen für Sie
    Thomas Friedrich

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    • Lieber Thomas Friedrich, ganz klar: Natürlich können auch Christen Polizisten oder Soldaten sein. Als Christen sind wir zwar gewaltlos. Aber Christen befürworten auch, dass eine Staatsgewalt notwendig ist. Deshalb können Christen natürlich auch den Auftrag annehmen, Staatsgewalt auszuüben. Sie üben die Gewalt dann ja nicht in ihrem eigenen Namen oder im Namen Jesu sondern im Namen des Staates aus – im Rahmen der staatlichen Ordnungen. Solange der Staat in guter Weise seinem Auftrag nachkommt, für Recht, Ordnung und Sicherheit zu sorgen, ergibt sich hier für Christen aus meiner Sicht überhaupt kein Gewissenskonflikt. Kompliziert wird es, wenn der Staat seine Macht missbraucht für bösartige Ziele, wie es z.B. in Nazideutschland der Fall war. Hoffen und beten wir, dass so etwas nie mehr geschieht.

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